31.05.22

Zeitreise zum Hambacher Fest - Exkursion des 11. Jahrgangs

Am 19. Februar 2022 gab es eine einzigartige Unterrichtskonstellation, die es uns, dem 11. Jahrgang (Q1) erlaubte, mittels zweier Zeitmaschinen, die man auch Automobil zu nennen pflegt, zum Hambacher Fest ins Jahr 1832 zu reisen.

Die schwarz-rot-goldene Flagge wehte bei unserer Ankunft schon majestätisch im Sonnenschein. Tausende Menschen, darunter viele Studenten, sammelten sich, um gemeinsam für ein republikanisches, geeintes Deutschland einzustehen. In ihren Mienen sah man Entschlossenheit, und es war erstaunlich, wie sie sich gegenseitig Mut und Hoffnung gaben. Die vielen Gesichter waren uns nicht alle gänzlich fremd, wir konnten zum Beispiel einen Blick auf die  Dichter Heinrich und Ludwig Börne erhaschen, die vielleicht gerade miteinander „fachsimpelten“. Beeindruckend war es, der Rede von Philip Jakob Siebenpfeiffer zu lauschen, der sich in besonderer Weise für Einheit und Freiheit aussprach.

Doch das eigentliche Ziel unserer Reise lag eigentlich etwas zurück in der Zukunft. Im Geschichtsunterricht befassen wir uns nämlich aktuell mit der Weimarer Republik. Doch mit unseren Zeitmaschinen war es einfacher nach Hambach zu reisen, da uns so der inflationsbedingte Spritpreis von einer Milliarde Reichsmark erspart blieb. In Hambach aber hatten wir uns mit einer Zeitreiseführerin verabredet, die uns durch einen geheimen Gang direkt in das Geschehen der Weimarer Republik führte. Den Tunnel verlassend, sahen wir viele Geldscheine im Rinnstein liegen und angesichts vieler ausgemergelter Gesichter konnten wir nachvollziehen, weshalb man Friedrich Ebert den „Hungerkanzler“ nannte. Es wurde uns bewusst, wie gut wir es eigentlich haben. Besonders auffallend fanden wir auch die Jazzmusik sowie die vielen amerikanischen Einflüsse, die zur nationalen Atmosphäre auf dem Hambacher Fest einen starken Kontrast bildeten. Um nicht aufzufallen, unsere Anwesenheit hätte ja die Geschichtsschreibung verfälschen können, blieben wir nicht allzu lange dort und bestiegen bald wieder unsere Zeitmaschinen.

Doch das Abenteuer war noch nicht vorbei. Bevor wir pünktlich wieder in der Gegenwart ankamen, durften wir uns noch an der schönen Stadt Worms erfreuen und nutzten den Originalschauplatz, das Portal des Wormser Doms, um den Königinnenstreit zwischen Kriemhild und Brunhild aus dem Nibelungenlied nachzustellen, nachdem wir die Saliergruft im mächtigen Dom besucht hatten. Es war für unsere Klasse eine einzigartige Reise und wir möchten allen danken, die sie uns ermöglicht haben, vor allem Mutter Marie-Angelico und unserem Klassenlehrer Herrn Dr. Hampel, die uns fröhlich durch die Geschichte führten. (Q1)