11.06.22

Schulfest an Christi Himmelfahrt

Endlich war es in diesem Jahr wieder so weit: Die Schulfeier am Fest Christi Himmelfahrt konnte 2022 wieder ohne Einschränkungen und mit zahlreichen Eltern, Ehemaligen, Freunden und Wohltätern stattfinden.

Wie der Schulleiter zur Begrüßung anstelle von Mutter Maria Johanna, die leider verhindert war, anklingen ließ, haben wir in den vergangenen zwei Jahren gelernt, das scheinbar Normale wieder mehr zu schätzen. Und so stimmte es alle Beteiligten froh und dankbar, als sich die Kirche schon vor dem Hochamt nicht nur bis auf den letzten Platz füllte, sondern noch viele zusätzliche Plätze im Außenbereich geschaffen werden mussten. Das Hochamt wurde musikalisch gestaltet von der Choralschola unter der Leitung von Mirjam Holzer und dem Theresienchor Schönenberg. Erhebend und die gewisse Leichtigkeit der Wiener Klassik ausstrahlend, führte der Chor die „Missa sub titulo Sancti Leopoldi“ von Michael Haydn in einer Bearbeitung für Frauenchor, Orgel und Streicher auf. Dabei kamen nach dem Schulzeitende der Abiturientia auch ganz junge Solistinnen zu ihrem ersten Einsatz.

In seiner Ansprache wies der Schulleiter darauf hin, dass die Existenz des St.-Theresien-Gymnasiums als einer staatlich anerkannten Schule allerdings gar nicht "normal" sei. Hier könnten die Schülerinnen, geborgen im Schoße der Tradition der katholischen Kirche, unterrichtet werden, unter Freunden und Gleichgesinnten heranwachsen und ihre Anlagen und Kräfte entfalten, um sie dereinst fruchtbar zu machen in Familie und Beruf, in Staat und Gesellschaft. Herr Dr. Laas machte auch auf die rege Nachfrage nach freien Plätzen in Schule und Internat aufmerksam wie auf den außerordentlichen Zuzug nach Schönenberg und Umgebung und auf ein enormes Wachstum der Gemeinde. Er erwähnte auch, wie dankbar die Schule nach wie vor über die großzügige und regelmäßige Unterstützung der Wohltäter aus Nah und Fern sein darf. Ohne sie könnte unsere Schule gar nicht existieren.

Das Theaterstück „Elmar“ von Joseph Faust, das dann am Nachmittag geboten wurde, widmete sich der Zeit des frühen Mittelalters und basiert auf dem Epos Friedrich Wilhelm Webers „Dreizehnlinden“. Es beschreibt das Ende der Kriege zwischen den Franken und Sachsen. Sehr überzeugend stellten die jungen Schauspielerinnen der 9. und 10. Jahrgangsstufe die Zeit des aufblühenden Christentums und das Ende des Heidentums im Nethegau in der Zeit Ludwigs des Frommen dar: Der Sachse Elmar, Besitzer des Habichtshofes, erzogen im heidnischen Glauben und im Hass gegen die Franken, liebt die fränkische Christin Hildegunde. Die blutige Missionierung und das teilweise wenig vorbildliche Leben der Eroberer tragen wenig dazu bei, den christlichen Geist überzeugend zu verbreiten. Den Widerspruch zwischen solchem Handeln und der christlichen Friedensbotschaft wird von der Seherin Swanahild aufgezeigt. Dieser Konflikt zwischen Franken und Sachsen, zwischen Christen- und Heidentum entlädt sich, als Elmar von Gero, dem durchtriebenen fränkischen Königsboten, falsch der Brandstiftung beschuldigt wird. Der Graf des Nethegaus, Bodo, erklärt Elmar daraufhin für vogelfrei. Diese Gelegenheit nutzt Gero, der die Grafentochter für sich gewinnen will, und trifft Elmar mit einem vergifteten Pfeil. Schwer verletzt findet dieser Aufnahme im Kloster Dreizehnlinden, wo er gesundgepflegt wird und dabei christliche Barmherzigkeit erfährt. Dieses eigene Erleben von Nächstenliebe lässt ihn nach Glaubensgesprächen mit dem Prior das Christentum annehmen und seinen Feinden verzeihen. So kann er am Ende nicht nur die Grafschaft des Nethegaus übernehmen, sondern erhält auch Hildegunde zur Frau.

Langanhaltender Applaus zeigte, dass es den engagiert spielenden Schülerinnen unter der Regie von Schwester M. Michaela wieder einmal gelungen war, die Zuschauer mitzunehmen und sie vom Schicksal der Protagonisten rühren zu lassen. Sicherlich konnte dieses Fest insgesamt dazu beitragen, die Freude am Glauben, die sich in Liturgie, Kirchenschmuck, Musik und Feier zeigte, sichtbar zu machen und nach außen zu tragen. (SMS)