Zum besseren Verständnis: Ein Hajk ist eine Erkundungswanderung, die in einem Sommerlager gewöhnlich zwei Tage dauert. Diesen Hajkbericht zu schreiben, war eine der Aufgaben, die man auf einem Hajk immer erledigen muss. Dieser Bericht wandert dann in einen so genannten Hajkordner, den man auch gestalten muss. Eine weitere Aufgabe ist es sein Kroki, eine Art Kartenskizze zu erstellen, man muss sich auch seine Unterkunft selber suchen. Dass man auf so einem Hajk immer eine Menge Spaß hat, sehen Sie an diesem Bericht, auch wenn Sie ihn vielleicht nicht immer ganz verstehen werden, da natürlich ein paar Insider darin sind.
„Lachen ist gesund und Essen, das macht rund!“
Mit diesem Motto unterm Arm wurden unsre Hemden warm.
Denn die Sonne war sehr heiß und wir badeten in Schweiß.
Um den Ordner zu verzieren, mussten wir ins Rathaus spazieren.
Dort quetschte uns ein Mann aus und lud uns ein zu seinem Haus.
Wisst ihr, was dieses war? Ein Hotel - das ist doch klar!
Das Vornehmste im ganzen Ort, wir lauschten gespannt seinem Wort.
Einen günstigen Preis bot er uns dann
Zu schlafen in seinem Hotele an.
Es hieß – „ Das bayrische Paradies“
Wir dankten und verschwanden bald im tiefen, finstern, grünen Wald.
Um das Schlimmste hinter uns zu bringen, wir mit dem Kroki dann anfingen.
Theresias Tränen nieder tropften und auf unser Kroki klopften.
Mit dem Schnupfen fing es an, Theresia sich nicht wehren kann.
Nach unserem Mittagsmahl gesegnet, ist uns dann das Dorf begegnet.
Bad Bayersoien hieß das Kaff, auf das unser Weg da traf.
Es sah wirklich entzückend aus, überall ein geschmücktes Haus.

Kur- und Touristeninformation war unsere nächste Station.
Eine Dame in bayrischer Tracht hat uns herzlich angelacht.
„Na, ihr vier?, Was tuets ihr hier?“
Wir legten ihr den Ordner auf den Tisch und sie beantwortete den Wisch.
Danach schlotzten wir genüsslich ein Eis, denn die Luft war immer noch so heiß.
Wir setzten uns an den Straßenrand und zeichneten ´ne Häuserwand.
Wir wollten nach dem Pfarrhaus fragen, da fing ´ne Oma an zu klagen:
„ Seid ihr etwa kommunistisch?“ fragt die Oma pessimistisch!
Am See, da saß ein Typ so rum, der glotzte wirklich megadumm.
Der meinte, es sei nicht Fasching[1], Theresias Birne machte „BLING!“
Sie hatte sofort eine Antwort bereit, dem Typ, dem tat sein Kommentar dann leid.
Sie sagte, Fasching sei erst im Februar, bei anderen sei das anscheinend nicht so klar!
Nach einem Lachkrampf und ´nem Schluck, gaben wir uns einen Ruck,
und suchten endlich mit Vernunft nach einer guten Unterkunft.
Der Pfarrer war grad nicht zu Haus, drum schmissen sie uns wieder raus.
Der Kirchenpfleger war nicht da und das Unwetter, das war nah.
Zu ´nem Bauernhof wir kamen und nannten dort auch unsere Namen.
Dort wurden wir freundlich aufgenommen und Arbeit haben wir auch bekommen.
Dann ging das Unwetter los, die Hagelkörner waren echt groß.
Das Heu musste in den Stall sehr schnell, da waren wir sogleich zur Stell.
Wir erledigten das in kurzer Zeit, für uns hieß es „Allzeit bereit!“
Zum Dank durften wir in die Küche gehen und uns das ganze Haus ansehen.
Sebastian, der Sohn der Frau tat uns ´ne Hose anvertraun.
Die durften wir mit der Maschine flicken, er wollte uns dafür 10 Euro in die Hände drücken.
Komplimente erhielten wir von überall her, darüber freuten wir uns sehr.
Ein leckres Essen wurde uns gekocht, das haben wir alle sehr gemocht.
Ratet mal, was wir da aßen? KAISERSCHMARRN – den wir sehr genaßen!
Für uns lagen in der Stube schon Matratzen, viel besser, als wenn uns das Heu tät kratzen.
Die Familie war furchtbar nett und ziemlich spät gingen wir ins Bett.
Um halb neun standen wir dann auf, Theresia und Katharina rannten los zum Semmelkauf.
Das Frühstück, das war echt bombastisch, der ganze Service war fantastisch!
Das ganze Bad für uns allein, was konnte da noch schöner sein!!??
Um 11 Uhr machten wir uns auf die Socken, obwohl wir gerne länger blieben hocken.
Unter der Brücke zu essen war famos, wir fühlten uns richtig obdachlos!
Wir fragten nach der Zeit, der Lagerplatz war nicht mehr weit.
Wir wurden auch photographiert, falls euch das interessiert.
Wir kamen an mit Mut, der Hajk war wirklich TOLL!
Gut Pfad, Gilde Fuchs (Katharina P., Katharina E., Theresia L. und Gertrud K.)
[1] weil wir Kluft anhatten