Das St.-Theresien-Gymnasium, Schönenberg

Über den ereignisreichen Sommer einer Schwarzwälder Wolke

Als ich am Donnerstag von meinem Mittagsschläfchen erwachte und über das weite Land blickte, sah ich zu meinem Erstaunen ein paar Gestalten in Regenmänteln vermummt unter meinen Tränen Schwerstarbeit leisten. Was das sollte, konnte ich zuerst nicht begreifen, doch es dauerte nicht lange, da merkte ich, was da vor sich ging:

Es waren Pfadfinderinnen, die auf der Wiese von Familie Schwörer ihre Zelte aufbauten, nachdem ich mich etwas verzogen hatte. Nach einiger Zeit stiegen Wohlgerüche zu mir hoch, denn Pater Schneider hatte zu kochen angefangen. Unter anderem sah ich einen Bannermast, die Jurte und die Zelte, die nun vollends aufgebaut waren.

Am nächsten Morgen waren alle bald auf den Beinen für den ersten Frühsport, um gleich danach zur „Feldbergkathedrale“ (die Scheune von Familie Schwörer) zur Hl. Messe zu gehen. Nach dem Banneraufzug und Frühstück ging es an den Lageraufbau. Komischerweise begann es schon wieder zu regnen. Nachdem sie sich nach dem Mittagessen in der stillen Stunde ausgeruht hatten, vollendeten sie die Lagerbauten! Früh begaben sie sich zu Bett.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, stellte ich zu meiner Enttäuschung fest, dass die Pfadfinderinnen, noch während ich schlief, zähneklappernd den Sonnenaufgang auf dem Feldberg bestaunt hatten. Nach der Hl. Messe und dem Frühstück machten sie sich singend zurück zum Lagerplatz auf, wo sie dann völlig erschöpft auf ihre Schlafstätten sanken. Als sie aus ihrem Schlaf wiedererstanden, fanden sie einen dampfenden Topf voller Ravioli vor. Leider konnte ich das nur aus der Ferne betrachten, da die Sonne ununterbrochen schien. Jetzt erst sah ich, wie viele sie waren: 14 Pfadfinderinnen und die Führung. Nach dem Mittagessen richteten sie mit viel Geschick eine religiöse Ecke in den Lagerbauten ein. Danach wurden die Gildenkisten aufgeräumt und ein Lied für die Silberhochzeit der Gastgeber  gedichtet.

Am nächsten Morgen machten sich die Mädchen, trotz mir, zum Hl. Amt mit Orgel (bzw. Keyboard) und Schola auf. An diesem Vormittag gingen sie, wie ich hörte, zur Oswaldkapelle. Da ich gestern keine einzige Träne vergießen durfte, platzte ich nun einfach drauf los. Und zwar richtig!!! Und in Sekundenschnelle waren die Pfadis trotz ihrer Regenmäntel pitschnass. Schließlich kamen sie bei der Glashütte an, wo sie zusehen durften, wie Glaskugeln und Glastierchen hergestellt wurden. Nach ungefähr einer Stunde, frisch gestärkt durch das Mittagessen, machten sie sich auf den Weg zur Oswaldkapelle. Dort bekamen sie eine Führung, die fast doppelt so lange dauerte wie vereinbart, aber doch sehr interessant war. Anschließend legten Miriam S. und Luzia M. ihr Versprechen ab und Selina L. und Theresia L. wurde der 1.Grad verliehen. Netterweise wurden alle von Herr und Frau Schwörer abgeholt, denn es regnete immer noch… Am Abend genossen sie bei Familie Schwörer das Abendessen und sangen noch einige Lieder.

Mittlerweilen hatte ich mich an den Lagerrythmus gewöhnt, ich wachte pünktlich um 7.15 Uhr auf. Am nächsten Tag ging es mit dem Zug ab nach Freiburg zur Stadtrallye. Katrin, die ich schon Wochen vorher beobachtet hatte, hatte diese sehr gut vorbereitet. Nachdem die Gilden halb Freiburg abgeklappert hatten, kannten sie alle Sehenswürdigkeiten ganz genau. Am Bahnhof wartete schon Simon J. auf sie, der für den Rest des Lagers dem Pater helfen sollte. Da der Wetterbericht Vorurteile gegen mich hatte z.B. Hagel-, Gewitter- und Schneevorhersagen, musste am Nachmittag die ganze Mannschaft in die Scheune umziehen. Netterweise versuchte einer der Schwörersöhne das Gepäck mit dem Trecker zur Scheune zu bringen, doch blieb er im Matsch stecken…! Mit Hilfe von dem großen Traktor kam er aber wieder heraus.

Am Dienstag war alles ungewöhnlich, denn heute wurde die Silberhochzeit von Herr und Frau Schwörer gefeiert. Während ich wie ein alter Wasserhahn tröpfelte, konnte ich den anderen zusehen, wie sie den Festsaal (d.h. Festscheune) schön schmückten. Das Essen war ausgezeichnet, aber, selbstverständlich waren die Pfadfinderinnen auch fleißig dabei, die Gäste mit den besten Getränken zu versorgen. Dieses viele Essen forderte natürlich einen anschließenden Verdauungsspaziergang. Den Abend verbrachten sie mit viel Spaß noch in der Scheune.

Heute waren alle schneller auf den Beinen als sonst. Denn heute sollte der Hajk beginnen. Nach der Hl. Messe und dem Frühstück wurden noch die letzten Dinge gepackt. Dann wurden alle nach Hinterzarten gefahren, wo dann jede Gilde ihres Weges ging. Alle hatten sehr schwer zu tragen und ich machte ihnen durch meine Regenschauer noch mehr zu schaffen. Die Führung dagegen machte sich die Tage gemütlich. Eher aus der Ferne schaute ich zu, wie die Gilden am Abend zum Lagerplatz zurückkehrten. Sie erzählten sich viele lustige Dinge, die sie erlebt hatten. Spät krochen dann alle müde aber zufrieden in ihre Schlafsäcke.

Am Mittwoch musste ich mich jedoch ganz in die Ferne verziehen. Als die allmorgendlichen Zeremonien beendet waren, trafen sich alle, um den Kochwettbewerb zu beginnen. Sie bereiteten die abenteuerlichsten Gerichte zu, die dann von Pater Schneider und Simon gekostet wurden. Ach wäre ich doch auch dabei gewesen - manche hatten sogar Tafelmusik! Dann mussten sie sich von Schwörers verabschieden, die wegfuhren.

Dann folgten die schlimmsten Stunden dieses Lagers: Abbau!!! Ich war so traurig, dass ich mich noch weiter zurückzog, weshalb die Pfadfinderinnen ein Bad im Teich nehmen konnten. Dann kam der bunte Abend! Es wurden an diesem Abend viele lustige Beiträge geleistet und viel gesungen. Auch der Tschai (typisches Pfadfindergetränk) fehlte in diesem Lager nicht.

Der letzte Morgen: Abschlussrunde. Alle bekamen eine Urkunde und die Lagerbewertung wurde bekannt gegeben. Nach dem Frühstück wurde nochmals der Lagerplatz abgesucht und der Rest abgebaut. Allen hatte das Lager gut gefallen und sie kehrten mit guten Erinnerungen nach Hause zurück. Da es mir ohne die Pfadfinderinnen im Schwarzwald zu langweilig war, schien während der nächsten Tage nur die Sonne.

Gut Pfad, Fabienne W. und Gabriela J.

 

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