Wochenendelager 2008
Auf den Spuren der drei verschwundenen Legionen des Varus
Endlich war er da!!! Der lang ersehnte Freitag. Nicht nur, weil das freie Wochenende begann…nein! Auch das diesjährige Wochenendlager fand statt. Unser Lagerplatz war einige Kilometer von Schönenberg entfernt. Nah genug, um das Essen ohne Probleme transportieren zu können und weit genug, um das Schulgebäude aus dem Blickfeld zu haben. Denn wie heißt es doch so schön: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“
So wurden also an diesem Freitag, den 6.Juni 2008, um 13.30 Uhr, die Schulhefte zugeklappt und um 14.30 Uhr, nachdem das Gepäck in den Transit verladen wurde, marschierten drei Gilden, zu je 5 Personen Richtung Lagerplatz mit Scheune. Eine halbe Stunde war man dorthin ungefähr unterwegs und nach einer kleinen Stärkung ging es auf zum großen Spiel: „Findet die verschollenen Legionen des Varus!“ Das Lagerthema dieses Lagers war nämlich „Römer“ und Katharina ließ sich dazu ein Spiel einfallen, in dem man die 9 n. Chr. im Teutoburger Wald verschwundenen drei Legionen des Varus suchen musste. Man traf im Wald recht merkwürdige Gestalten: einen Druiden, einen Senator, einen Zenturio und…Kaiser Augustus höchstpersönlich! Unterdessen wurde auf dem Lagerplatz der Bannermast konstruiert und so konnte man vor dem heiß ersehnten Abendessen noch die Banner aufziehen. Danach stürzten sich alle 22 Personen hungrig auf den Stock-Brot-Teig und zwei Stunden lang wurde nun gebacken, Käse geschmolzen, Tomaten vertilgt und manch einer versuchte mit schokoladenklebrigen Fingern das in Alufolie verpackte Brot aus der Glut zu fischen!!! Um 20.30 Uhr begannen wir dann mit unserer ersten Abendrunde, bei der alle drei Gilden ihre während des Großen Spiels gedichteten Hymnen nochmals vorsangen und Miriam Söller die Geschichte der Heiligen Theodosia vorzulesen begann. Mit dem traditionellen Lied „Neigt der Tag“ und dem Bannerabzug, klang der erste Lagertag aus…mit glücklich zufriedenen Herzen, aber dreckigen Füßen… Nach Beseitigung der gröbsten Dreckschicht lagen bald alle in ihren Schlafsäcken und träumten von den Heldentaten der alten Römer und vielleicht auch von besserem Wetter…denn wie es bei uns schon fast zur Tradition gehört, regnete es auch diesmal.

Der nächste Tag begann wie jeden Tag im Lager mit der Hl. Messe. Heute, am Herz-Mariä-Sühnesamstag, hielt Pater Schneider eine schöne Predigt über die Betrachtung der Natur als Schöpfung Gottes – passend zum Tagesmotto. Nach einem ausgiebigen Frühstück brachen die drei Gilden auf zum Hajk. Eine Gilde – die Eichhörnchen – kamen am Nachmittag mit etwas Verspätung an. Sie hatten nämlich ihren Kompass am Lagerplatz vergessen und da dieser auf einem Hajk ja lebensnotwendig ist, mussten sie wohl oder übel noch einmal zurücklaufen, um ihn abzuholen. Dann begannen wir mit dem Braten unserer Würste…. Im Anschluss an das Abendessen hatten wir eine religiöse Abendrunde zum Thema „Martyrer“. Wir sangen eher ruhige und geistliche Lieder und jede Gilde gab einen Beitrag über einen Martyrer aus der Umgebung zum Besten, z.B. vom Hl. Severin, vom Hl. Gereon oder dem Hl. Martinus. Im Laufe der Abendrunde wurde auch die am Tag zuvor begonnene Geschichte zu Ende gelesen und bald darauf lagen alle in ihren Schlafsäcken und lauschten dem Regen, der ganz sachte auf das Scheunendach klopfte.

Am Sonntag sangen wir ein Hl. Amt und der Pater sprach in der Predigt auch über unser heutiges Tagesmotto: „Ein Lächeln ist ein Schlüssel, der viele Herzen aufschließt!“. Dieses Zitat von Baden-Powell beherzigte auch die Sonne, denn kaum war die Hl. Messe zu Ende und das Frühstück vertilgt, strahlte sie auf die Lagernden, die sich auf ihren Kochwettstreit vorbereiteten, hernieder. Bis zum Mittagessen hatten die Gilden Zeit, Pater Schneider und Miriam Söller, ein fürstlich leckeres Essen auf ihren Kochstellen zu bereiten. Die Stille Stunde schloss sich an die Mahlzeit an. Man nahm sich Zeit zum Schlafen, zum Lesen, zum Beten und betrachtete die Worte, die Pater Schneider uns für die Stille Stunde mitgab. Er verglich das Pfadfinderversprechen mit dem Versprechen der Muttergottes an den Hl. Erzengel Gabriel. Ein schönes Erlebnis am Nachmittag war das Versprechen einer Pfadfinderin. Leider musste diese Zeremonie in der Scheune stattfinden, denn draußen regnete und hagelte es während des Rosenkranzes. Doch das tat der Feierlichkeit keinen Abbruch und so hatten wir bald eine Pfadfinderin mehr in unserem Bund. Danach begannen schon die Vorbereitungen für den Bunten Abend und mit Spannung erwarteten wir die kurz nach 19.00 Uhr eintreffenden Gäste. Nach dem lustigen Teil, bestehend aus vielen deutschen und lateinischen Liedern und je einem Beitrag der Gilden, wurde Obstsalat serviert. An diesen kleinen Festschmaus schloss sich der ruhige Teil des Abends an. Mit besinnlichen und ruhigen Liedern mit dazugehörender Gitarren- und Mandolinenbegleitung endete dieser wunderschöne Abend. Als wir das Abendgebet gebetet hatten und die Banner wieder unten waren, schliefen wir sehr schnell ein.
Nur langsam und arg verschlafen kamen die müden Gesichter, klitzekleine Augen und zerzauste Haare am nächsten Morgen zum Vorschein. Dann kam die Sonne auch endlich mal raus…Die Pfadfinderinnen zogen sich zur Olympiade um, während die Führung diese auf einer nahe liegenden Wiese aufbaute. Begleitet von dem olympischen Feuer marschierten die Sportler auf das Feld. Doch bevor sie mit den Disziplinen beginnen konnten, musste noch ein Hindernis beseitigt werden: Eine Kuhherde! Die Kühe liefen in unsere Olympiade hinein und die Mutigsten unter uns verteidigten die mühsam aufgebauten Sportutensilien. Dann begannen die Spiele. In Schubkarren wurde „Ben Hur“ im Slalom durch die Arena gefahren und man versuchte sein Glück bei Speerwurf, Diskuswerfen und Tauziehen. Schlussendlich gab es zur Abkühlung noch eine Wasserschlacht. Das Aufräumen am Nachmittag ging ziemlich glatt und eine knappe Stunde später stand der Anhänger schon voll beladen, abfahrbereit in der Einfahrt. Nun folgte die Abschlussrunde. Eigentlich eine sehr schöne Einführung, doch immer mit Trauer verbunden, denn die schönen Lagertage waren wieder viel zu schnell vergangen. Und als dann in Schönenberg die Pfadis unter die Duschen hüpften, dachte sich wohl jeder im Stillen: entweder 4 Tage zurück spulen oder 361 Tage vor…das wäre doch schön!!!
Herzlich Gut Pfad, Katharina P.
