Warum Gregorianik?

Wenige Christen scheinen noch zu wissen, wie wichtig und wertvoll dieser liturgische Gesang ist. Schon der hl. Augustinus sagte: „Bis orat qui cantat – wer singt, betet doppelt.“ Viele Päpste lehren uns, dass der Gregorianische Choral der eigentliche Gesang der römischen Kirche und ihrer Liturgie ist. Vor allem seit Beginn des 20. Jahrhunderts drangen sie darauf, dass auch das Volk diesen Gesang wieder lerne. Der hl. Pius X. (1903–1914) sagte, „alle mögen davon überzeugt sein, dass der Gottesdienst nicht an Glanz verliert, auch wenn er nur von dieser Musikart begleitet ist.“

Die Messe

Gregorianik ist nicht einfach, denn sie wird auf Lateinisch gesungen; die Noten und Zeichen sind anders, die Tonart ist ungewohnt, die Stimmung eigenartig, kurzum: alles scheint fremd. Indem die Schülerinnen des St.-Theresien-Gymnasiums einige Grundregeln der Gregorianik kennenlernen, versuchen wir, ihnen diese unbekannte Welt des christlichen Gesangs zu erschließen, damit dieser kostbare Schatz unseres Glaubens nicht verloren gehe. Die Schülerinnen lernen daher, nicht nur eine Auswahl an bekannteren, wiederkehrenden Messen korrekt zu singen, sondern auch die Eigengesänge der Sonn- und Feiertage.

Vesper und Komplet: Das lateinische Stundengebet 

An den Tagen, an denen keine verpflichtende hl. Messe oder Sakramentsandacht stattfindet, nehmen die Schülerinnen der Mittel- und Oberstufe (8.–12. Jahrgang) an der Komplet teil, die sonst freiwillig ist. Das kirchliche Abendgebet, lateinisch gesungen, verbindet uns mit allen katholischen Christen, den Priestern und Ordensleuten und unseren Schulen auf der ganzen Welt, ja mit allen Heiligen der vergangenen Zeiten bis hin zur christlichen Antike. Die Schülerinnen lernen auf diese Weise, mit größerer Leichtigkeit die Psalmen zu singen, wie unser Herr es ja selbst getan hat. Aus dem gleichen Grund wird auch die lateinische Vesper einmal im Monat gesungen. Damit die feststehenden Teile der Komplet auch genau verstanden werden und sich fest einprägen können, wird einmal in der Woche die Komplet deutsch gebetet.

Proben

Die Cäcilienschola (Ltg. Mirjam Holzer) und die Theresienschola (Ltg. Sr. Michaela) mit jeweils ca. zehn freiwilligen Schülerinnen des 8.-12. Jahrgangs teilen sich die Aufgaben der Pflege des Gregorianischen Gesangs in der feierlichen Liturgie. Proben dazu finden mittwochs oder freitags abends statt.

Luzia Aichele, 11. Jahrgang (2018)