Die Bedeutung der Heiligen Messe

Die Rechte Gottes und die Weitergabe des unverkürzten katholischen Glaubens stehen in der Priesterbruderschaft St. Pius X. an erster Stelle. Dieser Geist und dieses Wesen des katholischen Glaubens werden uns am deutlichsten gezeigt in seinen Gebeten und in der Liturgie, besonders in der hl. Messe. Nicht umsonst formuliert die Kirche dies mit den Worten „Lex orandi, lex credendi – das Gesetz des Betens ist das Gesetz des Glaubens“.

Die hl. Messe ist der Kult für Gott, aber gleichzeitig ist sie auch die Lehrmeisterin für die Gläubigen: In ihr wird durch den Priester Gott Vater Christus als Opfergabe dargebracht als Sühne und Wiedergutmachung für die Sünden der Menschen. So wird auf unblutige Weise das Kreuzesopfer Christi erneuert. Es ist der heiligste und wertvollste Akt, den die Kirche vollziehen darf. Doch will Christus dieses Opfer nicht alleine dem Vater darbringen, sondern das ganze christliche Volk soll da mit hineingenommen werden: die Liebe und Hingabe Christi an den Vater soll auch von den Gläubigen mitvollzogen werden. 

Wie das Vorbild Christi uns diese Gesinnung vor Augen stellt, so soll das heilige Messopfer die Haltung und den Geist der christlichen Seele prägen:

Der häufige Besuch der hl. Messe, zu deren Teilnahme die Schülerinnen angeleitet werden (zwei Mal pro Woche in der Schulmesse und tägliche Möglichkeit zum freiwilligen Besuch) soll ihnen helfen, in die Gesinnung Christi einzudringen. Die hl. Messe ist die Offenbarung der Liebe Gottes zu uns Menschen, indem Er sein Leben für uns dahingab. Sie führt uns die Pflicht der Wiedergutmachung der Sünden vor Augen und ist sichtbarer Ausdruck unseres Glaubens.

Durch die hl. Messe wird die Seele des Kindes ganz eindrücklich geprägt: Es erfährt die Größe und Heiligkeit Gottes und wird dadurch zur Ehrfurcht angeregt. Die Liebe Gottes, die im Opfer Christi sichtbar wird, soll zur Opferbereitschaft aneifern.

Die Sehnsucht Gottes nach dem Heil der Seelen soll auch in ihnen den Wunsch hervorrufen, für die Rettung der Menschen zu beten und zu opfern. 

Die Gebete der hl. Messe, die den tiefen Glauben der Kirche zum Ausdruck bringen, sollen eine echte Glaubensüberzeugung hervorbringen.

Nicht zuletzt ist die hl. Messe die innigste Vereinigung des Menschen mit Gott und so die Kraftquelle in den Sorgen und Schwierigkeiten des Lebens. Schon die Kinderseelen sollen lernen, hieraus Kraft, Mut und Leben zu schöpfen.

Nichts kann den Glauben der Schülerinnen mehr wachsen lassen als die regelmäßige bewusste Mitfeier der hl. Messe. Deshalb soll sie zum Mittelpunkt im Leben jeder Schülerin werden.

So überragt die hl. Messe alles an Heiligkeit und Würde und besitzt einen unendlichen Wert durch das Selbstopfer Christi. Als Opfer der Kirche verbindet sie aber auch untereinander zu einer wahren Gemeinschaft, die ausgerichtet ist auf dasselbe Ziel und denselben Glauben. Sie ist deshalb die wesentliche Stütze und Hilfe in Schule und Internat, um eine christliche Gemeinschaft aufzubauen. Opfern und beten wir gemeinsam in der Kirche, dann müssen wir uns auch bemühen, im Alltag mit- und füreinander zu leben.

Sr. Agnes Maria Hostnik (2016)