27.11.18

Seminartag des Kollegiums mit P. Pirmin Suter

Wenn die Schülerinnen vor dem Advent in Exerzitien sind, treffen sich die Lehrer jährlich zu einem "Seminartag" - einer Fortbildungsveranstaltung mit allgemeinbildenden religiösen, wissenschaftlichen oder pädagogischen Themen, die den Geist unserer Schule beleuchten und für alle von Belang sind. Nach Auseinandersetzungen in den letzten Jahren zum Beispiel mit der "Summa theologica" des hl. Thomas von Aquin (P. Firmin Udressy), der an christlicher Reife orientierten "Schemapädagogik" (Markus Hoffmann) oder "Kunst und Schönheit" (Ralf Lürig) stand in diesem Jahr das Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaften auf dem Programm. Eingeladen war P. Pirmin Suter, Priester, Biologe und Historiker sowie Rektor unserer Partnerschule in Wangs, dem Institut Sancta Maria für Jungen in der Schweiz. Dass das Thema nicht nur unsere Naturwissenschaftler berührt, sondern für alle von Belang ist, zeigt der Text seiner Ankündigung:

"Die Auseinandersetzungen zwischen Theologen und Naturforscher haben eine jahrhundertelange Tradition. Denken wir nur an den Fall Galilei: Solange Naturforscher nicht am Weltbild der Kirche rüttelten, wurde deren Forschung kaum in Frage gestellt. Doch was geschieht, wenn Naturforscher zu anderen Ergebnissen als die Theologen und Philosophen gelangen?
Als Pädagogen bewegen wir uns täglich in einem Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Philosophie und Theologie, spätestens wenn Jugendliche mit Fragen über die Entstehung der Welt und die Entwicklung der Lebewesen vor uns stehen. Aber auch Themen wie Impfungen, Gentechnik und Sexualität beschäftigen die Jugendlichen. Wie verhalten wir uns in diesem Spannungsfeld? Haben wir plausible Lösungsansätze oder wollen wir die Jugendlichen durch geschickte Ausweichmanöver der Informationsflut im Internet überlassen? Können «Widersprüche» überhaupt gelöst werden?
An diesem Seminartag wollen wir einen Weg finden, wie wir uns an einer katholischen Schule in diesem Spannungsfeld bewegen können."

Insgesamt erlebten die Lehrerinnen und Lehrer eine erhellende Fortbildung eines engagierten Priesters und kenntnisreichen Pädagogen, die viel Platz für Austausch und Diskussion bot. Sie brachte Licht in viele Fragen, mit denen wir als St.-Theresien-Gymnasium immer wieder konfrontiert werden. Darauf mit einer von Glaube und Wissenschaft geprägten und differenzierten Haltung, aber klarer christlicher Stimme gemeinsam zu antworten, ist nicht zuletzt Aufgabe unserer katholischen Schule. (JL)