18.03.20

Deutsch-Leistungskurs des 11. Jahrgangs auf dreitägiger Exkursion

Warum eine Fahrt nach Weimar? „Weimar steht für deutsche Größe wie für wie für deutsche Schande. Die Höhen und Tiefen dieses zwiespältigen Ortes sind die Angelpunkte politischer Kulturgeschichte dieser Stadt: Von Luther, Bach, Goethe, Schiller und Liszt bis hin zur Geburt der Republik, den Aufbruch in die Moderne und die Diktaturen des 20. Jahrhunderts bis heute.“ (Peter Merseburger)

Dieser Brennpunkt deutscher Geschichte und Kultur stand also vom 6. bis zum 8. März 2020 im Zentrum einer Exkursion des Deutsch-Leistungskurses des 11. Jahrgangs mit seinen neun Schülerinnen unter der Leitung von Dr. Johannes Laas. Als wir uns von Schönenberg ins rund 350 Kilometer entfernte Weimar aufmachten, suchten wir allerdings vorrangig Spuren des „goldenen“ Zeitalters um 1800 (Wieland und Herder, Goethe und Schiller) und des „silbernen“ Zeitalters im 19. Jahrhundert (Liszt).

Herzlich und sehr gastfreundlich aufgenommen bei der Familie einer unserer Schülerinnen im kleinen Hopfgarten nahe Weimar, wurde am Freitagnachmittag unter kundiger Führung in einem größeren Spaziergang zunächst die historische Altstadt durchlaufen. Vorbei an Goethes Gartenhaus und dem Park an der Ilm ging es über das große Schloss und den Marktplatz zu einem ersten Blick auf Goethes stattliches Haus am Frauenplan. Am Samstag wurde es - nach einem Besuch der eindrucksvollen Herzoglichen Anna-Amalia-Bibliothek  mit seinen vielen Büchern und Büsten - auch von innen besichtigt. Dabei tauchten wir, gut geführt mit Audio-Guides, in seinen „Geist“ ein, betrachteten seine bunte Farbenwelt, bewunderten seine Kunst- und wissenschaftlichen Sammlungen und bestaunten sein eher spartanisches Arbeits- sowie sein Sterbezimmer. Der Besuch der großen, äußerst instruktiven Goethe-Ausstellung „Lebensfluten – Tatensturm“ rundete den Besuch am Vormittag ab. In der Stadtpfarrkirche standen wir nachmittags vor dem Taufbecken einiger Söhne J. S. Bachs, vor Herders Kanzel und Lucas Cranachs berühmt-berüchtigten reformatorischen Bild der Kreuzigung Jesu. Am Nachmittag ging es dann noch in die historischen Wohnhäuser von Friedrich von Schiller und Franz Liszt, wo wir den weiteren Weimarer Größen, ihrem Leben und Wirken für Literatur und Musik sehr nahekamen.

Die abendlichen Runden waren von gemeinsamem Kochen und lustiger Geselligkeit mit unseren Gasteltern geprägt, wozu die Mädchen sich bereits im Vorfeld gründlich Gedanken gemacht hatten. Am Sonntag durften wir das heilige Amt mit zwei mehrstimmig gesungenen Fasten-Motetten bereichern, bevor es wieder auf die Heimreise ging. Station machten wir noch auf der Wartburg, diesem im 19. Jahrhundert von den Weimarer Herzögen neu gestalteten mittelalterlichen Denkmal und Wahrzeichen deutscher Geschichte, das sich direkt auf dem Weg befindet. (JL)