Unterricht bei Schwester Michaela

Der Fachbereich Gesellschaftslehre gliedert sich am St.-Theresien-Gymnasium in die Fächer Geschichte, Politik, Erdkunde und Sozialwissenschaften auf.

Die unterschiedliche Stundenzahl ist auf das schulische Profil und der angebotenen Schullaufbahn ausgerichtet. So wird Geschichte in der Unter-, Mittel- und Oberstufe angeboten, wo es obligatorisch als Leistungskurs gewählt werden muss und somit automatisch eines der schriftlichen Abiturfächer darstellt. Politik und Erdkunde werden in der Erprobungs- und Mittelstufe unterrichtet. Das Fach Sozialwissenschaften wird im 12. Jahrgang als obligatorische Ergänzung zum Leistungskurs Geschichte angeboten.

 

Geschichte

Geschichte ist ein Fach mit traditionell sehr entwickeltem Methodenbewusstsein. Medienprodukte aller Art wie Texte, Bilder, Kartenmaterial, Karikaturen, Dokumentarfilme etc. werden in steter Folge eingesetzt. Somit soll den Schülerinnen unter anderem auch kritische Distanz zu den Einflüssen der Medien vermittelt werden. Kompetenzen und Inhalte werden gemäß den Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen, die im schulinternen Curriculum festgeschrieben sind, vermittelt.

In der Oberstufe sind ab der Qualifikationsphase, beginnend mit Jahrgangsstufe 11, der Kompetenzerwerb wie die inhaltliche Vermittlung streng an die Abiturvorgaben des Landes NRW gebunden. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei epochale geschichtliche Ereignisse des 19. und 20. Jahrhunderts. Freiräume gibt es zum Beispiel bei den im 11. Jahrgang obligatorisch zu erstellenden Facharbeiten. Hier wird verstärkt versucht, die Schülerinnen zu Themen mit religiöser Ausrichtung zu motivieren. Dies zeigt die folgende Auswahl solcher Themen, die von Schülerinnen in den vergangenen Jahren in ihren Facharbeiten bearbeitet wurden:

  • „Unsere christliche Überzeugung verpflichtet uns ...“ (Konrad Adenauer) Spuren und Realisierung dieser christlichen Überzeugung in Adenauers Politik, besonders in seiner Außenpolitik (2014/15)

  • Kardinal Clemens August Graf von Galen – Beispiel eines wirksamen katholischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus? (2014/15)

  • Widerstand der Katholiken während der Französischen Revolution im Vergleich zu ihrem Widerstand und ihrer Stellung während des Kulturkampfes unter Bismarck. Warum sind sie als Glaubensgemeinschaft stärker von Verfolgung durch die Staatsgewalt betroffen? (2014/15)

Im Abiturjahrgang 2015/16 ist zudem eine Arbeit im Rahmen der Abiturprüfungen zur „Besonderen Lernleistung“ im Umfang von über 40 Seiten erbracht worden mit dem Titel Der Priester Eduard Farwer in Inhaftierung während der NS- Zeit und die Auswirkungen auf sein Priesterleben. So bemüht sich die Fachschaft Geschichte zumindest bei diesen außerhalb des Lehrplanes angesiedelten Freiräumen auch die religiöse Komponente in der Geschichte stärker zu thematisieren. Durch geschichtliche Exkursionen soll der Unterrichtsstoff lebendiger werden, sie werden in der Unter- und Mittelstufe nach Köln ins Römisch Germanische Museum, nach Aachen, der Residenzstadt Karls des Großen, nach Kommern ins Freilichtmuseum und in der Oberstufe nach Rhöndorf zum Adenauer-Haus sowie nach Bonn ins „Haus der Geschichte“ durchgeführt.

Angela Volkmann (2016)

 

Erdkunde

Das Fach Erdkunde vermittelt den Schülerinnen vielerlei Kenntnisse zur Landeskunde, aber auch Allgemeinwissen und bestimmte Fertigkeiten wie das Interpretieren und Erstellen von Zeichnungen, Diagrammen, Tabellen, Karten usw. Erdkunde wird am St.-Theresien-Gymnasium in den Klassen 5 und 7 je zweistündig, in den Klassen 8 und 9 jeweils einstündig unterrichtet. Bei einer Wochenstunde sind der Einsatz von Projektarbeit, das Zeigen von Unterrichtsfilmen zum besseren Verständnis und thematische Exkursionen zwar nur eingeschränkt möglich, wirken aber gerade in der Mittelstufe aktivierend und motivierend.

In der fünften Klasse behandeln wir das Thema Deutschland, wodurch auch Schülerinnen aus anderen Ländern viel über das Land, in dem sie nun leben, erfahren. Sie haben aber auch Gelegenheit, eigene Erfahrungen und Informationen aus ihrer Heimat beizusteuern; das bereichert den Unterricht für alle Schülerinnen und trägt zur Integration bei.

Marion Ehlert (2016)

 

Politik

Das Fach Politik wird bei uns in den Klasse 6 bis 9 jeweils einstündig unterrichtet. In der Klasse 6 beginnen wir mit der vertrauten Klassengemeinschaft und der Familie. Vor allem an der Klassengemeinschaft können die ersten demokratischen Strukturen – Wahl des Klassensprechers und Schulsprechers – festgemacht werden. Im Mittelpunkt steht natürlich die Familie. Über Fragestellungen, die das Zusammenleben in der Familie, mit den Eltern, den Geschwistern und den Großeltern betreffen, aber auch Fragen zu dem richtigen Umgang mit dem Taschengeld oder eines verantwortlichen Umgangs mit den Medien wie Fernsehen und Internet sollen die Schülerinnen mit den Grundprinzipien christlicher Ethik vertraut gemacht werden. Aber auch das Arbeitsfeld Beruf und Arbeitswelt ist Bestandteil des Unterrichts.

Die Verfassungsorgane – der föderale Aufbau Deutschlands, das parlamentarische System, Parteien und Wahlen, die Institutionen der Europäischen Union und vieles mehr – werden entsprechend den Altersstufen nach und nach behandelt. Die Schülerinnen sollen durch den Politikunterricht auf der Grundlage der katholischen Soziallehre Kenntnisse und Einsichten in die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Struktur unseres Landes in einem internationalen Rahmen gewinnen, um ihnen die demokratische Teilhabe und einen erfolgreichen Beginn des Arbeitslebens zu erleichtern.

Elke Kapitzke (2016)

 

Sozialwissenschaften

Das Fach Sozialwissenschaften umfasst in Jahrgang 12 die folgenden drei obligatorischen Inhaltsfelder:

  1. Wirtschaftspolitik: Produktion, Zusammenhang von Produktion, Einkommen und Konsum, Grenzen des Marktsystems durch Konzentration und Krisen sowie die Rolle des Staates in der sozialen Marktwirtschaft, wirtschaftspolitische Konzeptionen und Grenzen nationaler Wirtschaftspolitik.

  2. Gesellschaftspolitik: Sozialisation des Individuums in sozialen Gruppen und Institutionen, soziale Institutionen, Absicherung des Individuums durch das Rentensystem mit Zusatzrenten sowie durch das Versicherungssystem mit verpflichtenden und freiwilligen Versicherungen; sozialer Wandel komplexer Gesellschaften, demographischer Wandel durch Geburtenentwicklung und Alterung mit aktuellem Bezug zum sozialen Wandel durch die Flüchtlingskrise.

  3. Politische Strukturen: Grundprinzipien der deutschen Demokratie, Verfassungsgrundsätze des Grundgesetzes, Problemfelder der Parteiendemokratie (auf dem Weg in die Mediendemokratie?), Europäische Union und NATO – Zusammensetzung und Aufgaben; Rückwirkungen von diesen Institutionen auf politische Entscheidungen im nationalen Rahmen.

Der Unterricht im Fach Sozialwissenschaft knüpft damit an den Politikunterricht an. Ihm liegen neben dem Lehrbuch auch immer Artikel aus Tageszeitungen zugrunde, um jeweils aktuelle Bezüge herzustellen wie etwa zur gegenwärtigen Flüchtlingskrise, zur Entwicklung des Ölpreises und seine Beeinflussung auf den Aktienindex und die Verbraucherpreise oder zu globalen Fragen. Die Schülerinnen gewinnen so ein fundamentales Verständnis für demokratische Willensbildung, marktwirtschaftliche Zusammenhänge und soziale Strukturen. Diese werden dann mit der christlichen Gesellschaftslehre, dem Solidaritäts- und Subsidiaritätsprinzip verglichen, sodass Maßstäbe fürs eigene Handeln in einem christlich geprägten Umfeld gewonnen werden können.

Angela Volkmann (2016)