Ein Fest für Herz, Geist und Seele

Veröffentlicht am: 09.10.2026|Lesezeit: 3 min|

Theresienfest 2026

Fünf Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres bereits ein großes Patronatsfest mit rund 250 Gästen auf die Beine zu stellen, stellt eine beachtliche Leistung dar. Am 3. Oktober feierte das St.-Theresien-Gymnasium Schönenberg sein diesjähriges Theresienfest – bei herrlichem Wetter, mit fröhlichen Gesichtern, festlicher Musik, gutem Essen und vielen Begegnungen mit den Eltern und vielen Ehemaligen. Zugleich konnte die Schulfamilie mit Freude die neuen Schulräume in Augenschein nehmen. Nur Aula und Bühne harrten noch ihrer endgültigen Fertigstellung.

Festlicher Auftakt und Gedanken über Theresia

Den Auftakt bildete das feierlich levitierte Hochamt mit dem Distriktoberen Pater Stefan Pfluger. Neben der Schola sang der Theresienchor Schönenberg Horton Roes „Mass in Honor of St. Therese, The Little Flower of Jesus“ in der Bearbeitung von Dr. Peter Wessel. Die Gesamtleitung des Chores lag in den Händen von Dr. Johannes Laas. In verschiedenen chorischen Besetzungen erklangen auch Werke von Orlando di Lasso und César Franck.

In seiner Predigt begegnete Pater Pfluger manchen verbreiteten Vorstellungen und Vorurteilen über die Schulpatronin. Die heilige Theresia vom Kinde Jesu erschien dabei keineswegs als süßliche oder weltfremde Heilige, sondern als junge Frau, die sich früh den großen Fragen des Lebens stellte und in der Selbstüberwindung, der Hingabe an Gott und der Hinwendung zum Nächsten ihre Berufung fand.

Beim anschließenden Festakt stellte Rektorin Mutter Maria Johanna die wahre Freiheit aus der Beziehung zu Christus in den Mittelpunkt und griff dabei Gedanken von Papst Leo XIV. zur Jugend auf. Wahre Freiheit verwirkliche sich darin, das Gute zu wählen, Leben zu schützen und für den Nächsten da zu sein, statt sich von Egoismus und materiellen Wünschen bestimmen zu lassen. Als Vorbild verwies sie auf die heilige Theresia vom Kinde Jesu und ermutigte die Schülerinnen, ihr Leben und ihre Schriften kennenzulernen und sich am „einen, Notwendigen“ auszurichten.

Fantasievoll dargebotene Poesiebeiträge aus verschiedenen Jahrgangsstufen, das Schulorchester mit „Tea for Two“ und der Theresienchor mit Sarah Quartels „All the way home“ sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Auch die deutsche Nationalhymne wurde gesungen. In seiner Ansprache stellte der Schulleiter zum Tag der Deutschen Einheit „Einigkeit und Recht und Freiheit“ und das „Glück“ in den Zusammenhang eines christlichen Menschenbildes. Die Elternvertreter dankten schließlich noch verschiedenen Personen, die sich im Hintergrund für das Erblühen des St.-Theresien-Gymnasiums starkmachen, darunter ganz besonders P. Andreas Mählmann für das Fundraising und wichtige Bereiche der Öffentlichkeitsarbeit.

Kleinstadt mit großen Egos: Theater zum Abschluss

Den Höhepunkt bildete die Aufführung von August von Kotzebues Komödie „Die deutschen Kleinstädter“ von 1802. Die Theater-AG unter der Regie von Dr. Johannes Laas nahm das Publikum mit nach Krähwinkel, wo Bürokratie, Titelsucht und ein ausgeprägter Sinn für Ordnung für reichlich Situationskomik sorgen. Bürgermeister Staar möchte seine Tochter Sabine mit dem etwas unbeholfenen Sperling verheiraten. Doch Sabine liebt den jungen Olmers, der aus der Residenzstadt nach Krähwinkel kommt und dort mit den festen Regeln der noch vom Rokoko geprägten Kleinstadtgesellschaft aneinandergerät.

Mit großer Spielfreude und sicherem Auftreten brachten die Schülerinnen die liebenswerten, aber bisweilen herrlich verstaubten Krähwinkler auf die Bühne der provisorischen Aula. Bühnenbild, Kostüme und Musik unterstrichen das Aufeinandertreffen von festgefügten Gewohnheiten und neuen Lebensvorstellungen. Sabine behauptet dabei selbstbewusst ihren eigenen Weg. Der lange Applaus für die Schauspielerinnen war ein schöner Abschluss dieses festlichen Tages, der dann mit Kaffee und Kuchen ausklang. (Red.)

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