Wachsam, mutig und heimatverbunden
Thementag Deutschland am STG
Am Freitag, den 8. Mai 2026, verwandelte sich das St.-Theresien-Gymnasium einmal mehr in einen Ort lebendiger Tradition: Wir begingen zum zehnten Mal den „Thementag Deutschland“. Dieser Projekttag, der auf Wunsch unserer Schülerinnen fest im Kalender verankert ist, dient der vertieften Auseinandersetzung mit unserer deutschen Geschichte, Kultur und Identität. Heuer begingen wir diesen Tag am Fest des heiligen Erzengels Michael. Dies verlieh dem Ereignis eine besondere Tiefe, da der hl. Michael bereits seit über einem Jahrtausend als Schutzpatron der Deutschen und des Heiligen Römischen Reiches gilt.
Kraftvoller Patron statt „Deutscher Michel“
Der Tag startete bereits um 6:35 Uhr mit einem feierlichen – bei uns nur zu diesem Anlass gesungenenen – „Deutschen Hochamt“, musikalisch gestaltet mit traditionellen Liedern wie „Unüberwindlich starker Held“. Wie schon in der Predigt von H. H. Pater Kučírek, wurde auch in der Ansprache des Schulleiters zum gemeinsamen Singen der Nationalhymne beim morgendlichen Fahnehissen deutlich: Der Erzengel Michael ist etwas völligh anderes als eine oft schläfrig dargestellte Karikatur eines „Deutschen Michel“. Mit seinen Attributen Schwert und Waage und seinem Motto „Quis ut Deus“ (Wer ist wie Gott) symbolisiert er unter anderem die Tugenden des Starkmuts und der Demut zugleich: als Vorbild der Wachsamkeit, für die Verteidigung des Guten und das Streben nach innerem Gleichgewicht, damit unsere Seelen dereinst „gewogen und für gut befunden“ werden können – Werte und Ziele, die uns auch im modernen Schulalltag als Kompass dienen können.
Spurensuche und Volkslieder
Ein besonderes Highlight war der Besuch von Herrn Professor Dr. Josef J. Schmid von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. In seinem fesselnden Vortrag „Hinterlassen Erzengel Spuren? Eine kulturhistorische Suche nach dem Hl. Michael“ nahm er die Jahrgänge 7 bis 12 mit auf eine faszinierende kulturhistorische Entdeckungsreise. Als Experte für Geschichte und Medien verstand er es meisterhaft, die Brücke zwischen jahrhundertealter Tradition und der heutigen Zeit zu schlagen. Nach einem Vormittag voller deutschlandspezifischer Unterrichtsstunden – vom hl. Erzengel Michael in Malerei und Skulptur (Kunst) oder in den Kantaten J. S. Bachs (Musik) bis hin zu sprachhistorischen Themen wie der Klang des Alltags im Althochdeutschen des 9. Jahrhunderts (Deutsch) – klang der Tag schließlich gemeinschaftlich aus: Ein von der Q1 gestalteter, stimmungsvoller Volksliederabend vor dem Internatsgebäude und die Deutsche Komplet bildeten den harmonischen Abschluss eines erkenntnisreichen Tages. (JL)





